Wehrunwürdig. Eine biographische Skizze zur SS-Sonderformation Dirlewanger

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Beschreibung


Andreas Züll

Wehrunwürdig. Eine biographische Skizze zur SS-Sonderformation Dirlewanger anhand des Beispiels von Carlhans Jung aus Euskirchen. Mit einem Vorwort von Horst Schuh

ISBN 978-3-98940-082-5, 152 S., 55 Abb., kt., € 25,00 (2025)


Wie kaum eine andere SS-Einheit steht die Sonderformation Dirlewanger für den blutigen Terror, mit dem das nationalsozialistische Deutschland während des Zweiten Weltkrieges den Osten Europas überzog. Einer der Männer in ihren Reihen war Carlhans Jung aus Euskirchen. Seinen Lebensweg skizziert der Autor nach. Eine gebrochene Biographie, die durch Gefängnis- und Lagerhaft führte – und schließlich nach Weißrussland und zur Sonderformation. Der Autor stellt Jungs Einzelschicksal in den großen Kontext von Gewaltherrschaft, Krieg und Völkermord. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Opfern und Tätern, Ideologie, Anpassung und Verantwortung. Eine aufrüttelnde Annäherung an ein schwer fassbares Thema.


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Pressestimmen

"Minuziös hat Züll über die SS-Formation Dirlewanger recherchiert. Doch auch über die 1932 geschlossene Ehe von Jung mit der Jüdin Auguste Grünthal hat er nachgeforscht. So konnte er herausfinden, dass diese 1939 in Auschwitz ermordet wurde, genau wie Jungs Stiefsohn Hermann, der kurz vor Kriegsbeginn noch als Flüchtling in die Niederlande kam. Von ihm ist ein Foto erhalten, das in den Band aufgenommen wurde. In seiner wissenschaftlichen Nüchternheit und historischen Faktengenauigkeit ist 'Wehrunwürdig' ein spannender Beitrag über ein menschliches Schicksal, das beispielhaft die Geschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt."

Stephan Everling, Kölner Stadt-Anzeiger, 31.07.2025


"Was macht Zülls Arbeit lesenswert? Der Autor verfügt über etwas, das in der wissenschaftlichen Literatur eher selten ist, nämlich über die Fähigkeit, seine kritischen Überlegungen und die aus ihr hergeleiteten Erkenntnisse allgemeinverständlich zu vermitteln, ohne dabei ins Populärwissenschaftliche oder gar nur Vermutende abzugleiten. Er diskutiert den Fall 'Jung' anhand aktueller Forschungsliteratur und überprüft ihn an deren divergierenden Erklärungsmodellen, ordnet ihn also nicht nur historisch, sondern auch reflektorisch in eine größere Kontextualität ein. Das Buch eignet sich nicht zuletzt auch für Leser, die ansonsten keine wissenschaftliche Literatur zum Nazismus lesen. Denn niemand wird hier durch eine übertrieben fachwissenschaftliche Diktion verschreckt. Wo der Autor annahm, dass nicht jeder Leser denselben Wissensstand besitzt, stellt er selbst das nötige Hintergrundwissen zur Verfügung, so beispielsweise, wenn er die Rolle und Aufgabe der sogenannten Schutzstaffel näher erläutert. Dies macht das Buch auch für Nichtwissenschaftler interessant, die statt eines Klischee-Bilds vom SS-Mann, das sie aus Filmen und Fernsehsendungen adaptiert haben, einen tieferen Blick in den erschreckenden Abgrund aus 'Brutalität und Romantik' (Kogon) dieser speziellen Tätergruppe werfen möchten. Nicht zuletzt enthält der Band auch einige Abbildungen von Dokumenten und Fotos, die die Authentizität des Dargestellten verbürgen."

Michael Thalken, EPA - Eifeler Presse-Agentur, 05.08.2025