Neuerscheinungen

Neuerscheinungen

„Der lange Blick zurück“. Maeve Brennan: Eine Werkanalyse

Paula Böndel

„Der lange Blick zurück“. Maeve Brennan: Eine Werkanalyse

Maeve Brennan wurde 1917 in Irland geboren und wanderte 1934 mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten aus. Als Stilikone und gefeierte Autorin in den amerikanischen Literaturkreisen ihrer Zeit schrieb sie Kurzgeschichten, autobiografische Prosastücke, Kolumnen und Buchbesprechungen für The New Yorker. Zum Zeit punkt ihres Todes 1993 war sie jedoch nach Jahren psychischer Labilität und zeitweiliger Obdachlosigkeit längst von der literarischen Bühne verschwunden. Erst mit der posthumen Veröffentlichung des Erzählbandes The Springs of Affection. Stories of Dublin im Jahr 1997 begann ihre Wiederentdeckung. Obwohl das Interesse an Maeve Brennans Werk und das Bewusstsein seines literarischen Ranges in den letzten Jahren deutlich gewachsen sind, steht immer noch der ergreifende Lebensweg dieser Autorin und die Verbindung zwischen Biografie und Werk im Fokus der Aufmerksamkeit. Ziel dieses Buches ist es, Maeve Brennan als Schriftstellerin ganz besonders der deutschsprachigen Leserschaft näherzubringen, indem ihr Œuvre erstmalig einer umfassenden Analyse unterzogen wird. Hierbei wird das Werk unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten aufgeschlüsselt, um die vielfältigen thematischen Verwebungen aufzuspüren, die unter der Oberfläche ihrer zunächst disparat erscheinenden Veröffentlichungen verborgen sind. So kann eine Kohärenz des Disparaten sichtbar gemacht werden, ohne dabei die Eigenart der einzelnen Werke und ihre Verortung innerhalb des Gesamtwerks zu vernachlässigen ...

Das Kriegstagebuch von Herman Anders Krüger

Hendrik Neetens

Das Kriegstagebuch von Herman Anders Krüger. Augusterlebnis und Stellungskrieg 1914: Eine kulturgeschichtliche Untersuchung

Herman Anders Krüger, geboren im Jahr der Reichsgründung 1871, gestorben im Jahr des Zusammenbruchs 1945, war ein seinerzeit bekannter Schriftsteller und Hochschullehrer. Als Sohn eines Predigers der Herrnhuter Brüdergemeine ging er nach einer turbulenten Jugendzeit, in der er sich schwertat mit dem Pietismus des elterlichen Milieus, und nach abgeschlossenem Studium zunächst nach Italien, um dann nach seiner Promotion Bibliothekar in Dresden zu werden. Später war er Privatdozent und nach seiner Habilitation schließlich Professor für Literaturwissenschaft in Hannover. 1904 hatte er mit Gottfried Kämpfer – Ein Herrnhutischer Bubenroman seinen literarischen Durchbruch. Als Schriftsteller, Pädagoge und ab 1910 auch als liberaler Politiker angesehen geriet er anlässlich der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht von Leipzig in Bedrängnis, als er in einer Rede das offizielle Gedenken kritisierte. Krüger gab seine Ämter auf und zog sich als freier Schriftsteller zurück. Bei Kriegsausbruch 1914 aber meldete sich der fast 43-jährige Familienvater als Freiwilliger. Mit den Gräueln des Krieges wurde Krüger noch auf dem Bahntransport in Aachen konfrontiert, als die ersten schwerverwundeten Deutschen eintrafen. Nach Aufenthalt in Brüssel wurde sein Reserve-Ersatz-Regiment Nr. 4 dann in die Flandernschlacht geworfen und schließlich im Stellungskampf verwendet. Die Belastung war enorm und die Ausfälle hoch. Auch an Krüger ging die ständige Überbeanspruchung nicht spurlos vorüber, so dass er schließlich zu Jahresbeginn 1915 vorübergehend in die Heimat zurückgeschickt werden musste. Vom Tag seiner Mobilmachung an führte Krüger Tagebuch, schrieb Feldpostkarten und Briefe ...

Ich sollte es sagen

Mzia Chichiashvili

Ich sollte es sagen. Herausgegeben und aus dem Georgischen ins Deutsche übersetzt von Nina Sieger. Redaktion der deutschen Übersetzung: Lia Wittek

Ich sollte es sagen – Eine Geschichte über Mut, Menschlichkeit und die Kraft der Dankbarkeit. Mitten im Grauen des Zweiten Weltkriegs kreuzen sich die Wege dreier Menschen auf einem Weingut in Bernkastel-Kues: Ein junger Georgier, seine ukrainische Frau – verschleppt zur Zwangsarbeit – und Dr. Hermann Zillig, ein angesehener deutscher Weinbauwissenschaftler. Doch Zillig ist mehr als nur ihr Arbeitgeber; er wird zu ihrem Beschützer und moralischen Kompass in einer dunklen Zeit. In ihrem bewegenden Buch Ich sollte es sagen bricht Mzia Chichiashvili das Schweigen der Jahrzehnte. Es ist das Vermächtnis ihrer Mutter, die bis zu ihrem letzten Atemzug ein Versprechen bewahrte: Zeugnis abzulegen über den Mann, der ihnen nicht nur das Leben rettete, sondern auch den Glauben an das Gute im Menschen zurückgab. Dr. Zillig lehrte sie Respekt, Disziplin und Mitgefühl – Werte, die stärker waren als jede Ideologie. Dieses Werk ist weit mehr als eine historische Erinnerung. Es ist eine tiefgreifende Hommage an die Menschlichkeit, die Grenzen und Nationalitäten überwindet. Eine berührende Erzählung, die uns mahnt, dass selbst in den dunkelsten Stunden der Geschichte das Licht der Zivilcourage niemals ganz erlischt ...

Kirsten Boie

Christine Ott, Roberto Hübner, Cornelia Rémi (Hg.)

Kirsten Boie. Leseperspektiven und Lernpotentiale (1985-2025)

Kirsten Boie sprengt gerne Kategorien und Rollenmuster: Sie ist bekannt als Kinder- und Jugendbuchautorin, Essayistin und Leselobbyistin, aber auch als engagierte Mitdiskutantin in gesellschaftspolitischen Debatten. Ihr über 100 Titel umfassendes Werk verbindet literarische Qualität mit sozialem Engagement und erreicht damit Leser:innen ganz unterschiedlicher Altersgruppen, Interessen und Lesefähigkeiten. Anlässlich ihres 75. Geburtstags und ihres 40-jährigen Autorinnenjubiläums bündelt dieser Band neue Perspektiven auf Boies literarisches Schaffen und Engagement. Die Beiträge vermessen ihr Werk und dessen Rezeption kategorial, beleuchten Boies Erzählverfahren, zeigen die thematische Vielfalt ebenso wie die inhaltliche und formale Innovationskraft, die von Boies Texten für das kinder- und jugendliterarische Schreiben ausgeht, und markieren Anschlussstellen für Lernprozesse, die sowohl Perspektiven auf Erziehung zur als auch durch Literatur eröffnen: für literarisches, sprachliches, mediales und historisches Lernen. Die Gegenstände dieser Erkundungen begegnen dabei in ähnlich vielen Erscheinungsformen wie Boie selbst – vom Bilderbuch bis zur Oberstufenlektüre, vom Essay bis zum Medienverbund, und all dies aus allen vier Jahrzehnten ihres Schaffens ...

Ursula Poznanski – Erzählen am Puls der Zeit. Analysen und Perspektiven für den Literaturunterricht

Inger Lison, Jan Standke (Hg.)

Ursula Poznanski – Erzählen am Puls der Zeit. Analysen und Perspektiven für den Literaturunterricht

Ursula Poznanski zählt zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendliteraturautor:innen im deutschsprachigen Raum, die auch mit ihren Thrillern für Erwachsene ein großes Lesepublikum anspricht. Ihren literarischen Durchbruch hatte sie im Jahr 2010 mit dem Jugendroman Erebos, der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Seither hat Poznanski jedes Jahr im Durchschnitt ein bis zwei Romane veröffentlicht, die thematisch gesehen immer am Puls der Zeit waren bzw. der Technik einen Schritt voraus zu sein schienen. Ob es sich um die Realität manipulierende Computerspiele bzw. Technologiemissbrauch (Erebos 1-3), um virtuelle Parallelwelten und Klimakatastrophen (Cryptos), um Drohnen (Elanus), um Chancen und Risiken der modernen Hirnforschung (Thalamus), um Macht und Manipulation nach Katastrophenszenarien (Eleria-Trilogie) oder um Verschwörungstheorien (Shelter) handelt – ihr Themenspektrum erweist sich als überaus facettenreich und ist aufgrund der Aktualität sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene gleichermaßen relevant. Poznanskis Texte bieten somit ein reichhaltiges, generationenübergreifendes Identifikationspotenzial für Leser:innen, zudem erweisen sie sich aber auch als kommunikativ höchst anschlussfähig für aktuelle gesellschaftliche Diskurse ...

It-Narratives in Anglophone Contemporary Literature

Kim Antonia Bührle

It-Narratives in Anglophone Contemporary Literature

In the 18th and 19th centuries, a certain genre was popular in Britain: it-narratives. In it-narratives, an animal or an inanimate object like a coin, pin, or banknote is turned into a protagonist – and sometimes a narrator – and followed as it moves across space and time, affecting animate and inanimate agents alike. The last decades have witnessed the emergence of what can be referred to as a ‘new generation’ of it-narratives. Contemporary Anglophone novels exhibit a preoccupation with objects and the material world. Some of them share striking features with traditional it-narratives of the 18th and 19th centuries. Often, one object is the main object which acts as the narrator, guides and structures the story or serves as the axis around which other characters’ stories spin while moving in the world and being given from hand to hand. This study focuses on analysing the role, function and meaning of human-made, mobile objects in these contemporary Anglophone novels and examining what forms the relationship between subjects and objects takes. As humans and objects are connected through stories and storytelling, this book investigates how the relationship between subjects and objects is constituted through stories and storytelling. By discarding a purely human-centric perspective on the world and turning the attention to objects to account for the inanimate, this study wants to make visible the interactions and interdependencies of objects and humans. Doing that, it seeks to contribute to the rethinking and reevaluation of the subject-object relationship in the 21st century ...

LiU 3/2025

LiU - Literatur im Unterricht 3/2025

Themenheft "Marc-Uwe Kling: Werk – Wirkung – didaktische Potenziale"

Hg. von Jan Standke, Inger Lison

EDITORIAL

Jan Standke: Marc-Uwe Kling: Werk – Wirkung – didaktische Potenziale

PERSPEKTIVEN

Florian Hesse/Gerrit Helm: Literaturbasierte Leseförderung in der Grundschule mit Marc-Uwe Klings Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat (2018)

Sebastian Zilles: Spuren finden, Spuren lesen, Spuren deuten. Unterrichtspraktische Anregungen zu Marc-Uwe Klings Der Spurenfinder (2023)

Elisabeth Weiß-Sinn: „Vielleicht hast du ja sogar was gelernt.“ Meta-Aufklärung und familiale Ko-Rezeption in Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte (2022)

Sebastian Schweer: Rechte Gewalt(-täter) in den Känguru-Werken: Verlacht, korrigiert, geläutert. Grenzen des Genres didaktisch erschließen

Jennifer Pavlik: „Is this the real world? Is this just fantasy?“ Die Macht von DeepFakes in Marc-Uwe Klings Thriller Views (2024)

Wolfgang Johann: Adorno im QualityLand (2017). Marc-Uwe Klings Roman im Blickwinkel der Kritischen Theorie ...

WW 3/2025

WW - Wirkendes Wort 3/2025

Hg. von Lothar Bluhm, Walter Kühn

AUFSÄTZE

Günther Serfas: Überlegungen zu den „rätselhaften“ Sprüchen Walthers von der Vogelweide im sog. „Zweiten Philippston“: L 17,25, L 18,1 und L 18,15

Rainer Madsen: Otto von Botenlauben – als Minnesänger nur ein vornehmer Dilettant?

Christina Klesper: Das Wunderbare und das „Märchen“. Goethes Versuch von Allem und Nichts

Lothar Bluhm: Noch einmal zur Erlösung durch einen Kuss im Tierverwandlungsmärchen

Hubertus Fischer: „... die Dürftigkeit in Blüthe“: Theodor Fontane und der Verleger Alexander Duncker – gescheiterte Annäherungen

Jann Maatz: Eine Notiz zu Franz Kafkas Türhüterlegende

Walter Kühn: Zwischen Provokation und Erinnerung. Brechts Liebeslyrik

Joachim Rickes: Mynheer Peeperkorn und Dr. Spitz. Zu den Kippphasen im Verhältnis von Thomas Mann zu Gerhart Hauptmann

Sebastian Schweer: ↝Engagement. Ein Vorschlag zur Konzeptualisierung engagierter (neu-)rechter Literatur. Eine Arbeit am Begriff anhand von Uwe Tellkamps Der Eisvogel ...

The Historical Female Scientist in the Contemporary Anglophone Biographical Novel

Christine Müller-Dittrich

The Historical Female Scientist in the Contemporary Anglophone Biographical Novel. Reimagining the Lives of Mary Anning, Caroline Herschel, Mileva Marić, and Ada Lovelace through the Lens of Literature

With a few exceptions, our view of the history of science has often focused solely on great men. In recent years, however, there has been an increasing “rediscovery” of female scientists and their often little-known or forgotten achievements. The present book is dedicated to this current development, also known as “herstory.” It shows that the genre of biographical fiction (i.e. the fictionalized representation of a historical person’s life) plays an important role in this rewriting that now includes and highlights the perspectives of women. In examining the depiction of female scientists in selected novels and analyzing the ways in which historical fact and fictional privilege intertwine in the portrayal of their biographies, this study reveals the genre’s potential for telling women’s life stories but also points to the stereotypical images and myths (re-)emerging despite the narratives’ avowed revisionist agendas. This book is highly valuable to feminist literary studies and an important addition to the growing field of biofiction scholarship, especially for the connections it draws to the history of science and women’s history ...

Kriegerinnen im Altertum

Justine Diemke-Horst, Tobias Mörtz (Hg.)

Kriegerinnen im Altertum

Gewalt ist ein aktuelles und auf vielfältige Weise bearbeitetes Forschungsthema, das jedoch hinsichtlich des biologischen und sozialen Geschlechts der Handelnden auf ganz unterschiedliche Weise rezipiert wird. Dabei gelten Männer fast ausnahmslos als Täter und Frauen hauptsächlich als deren Opfer. Dieser simplifizierten Wahrnehmung setzt der Sammelband aus einer altertumswissenschaftlichen Perspektive ein differenzierteres Bild entgegen. So kennt die griechische und römische Historiographie zahlreiche Heerführerinnen, die auch auf dem Schlachtfeld mitkämpften. Juristische Text berichten von gewalttätigen Frauen in alltäglichen Situationen. In archäologischen Befunden sind Waffen zwar vorrangig mit Männern assoziiert, doch gibt es in Bestattungen eine signifikante Minderheit von als weiblich bestimmten Individuen mit kriegerischen Ausrüstungen. Basierend auf einem Workshop an der Universität Hamburg im Mai 2023 vereint der Band Beiträge aus der Alten Geschichte, Klassischen Philologie und Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie. Diese werfen anhand des dinglichen und schriftlichen Quellenmaterials einen kritischen Blick auf die sozialen Interaktionsräume von Frauen im Altertum ...

Romanticism and its Media

Ralf Haekel, Julia Heinemann (Eds.)

Romanticism and its Media. Selected Papers from the Leipzig Conference of the German Society for English Romanticism

In the past decades, Romantic Studies has significantly widened its scope by massively expanding the literary canon as well as investigating a broader range of topics. Today the discipline of Romantic studies is more diverse than it has ever been. The focus on the socio-historical conditions of the Romantic period has led to a renewed interest in the conditions surrounding the production and reception of literature and the changing mediascape between 1780 and 1830. The period’s media revolution also created the mass readership of the 19th century, particularly with regard to the novel, and it profoundly influenced the development and transformation of literary genres. The emergence of the modern scientific system with its disciplines and sub-disciplines created new forms of knowledge, which were disseminated through periodical publications, reviews, and journals, which, in turn, had a decisive influence on literature ...

Land und Leute der Insel Madagaskar

Hieronymus Megiser

Land und Leute der Insel Madagaskar. Erschienen im Jahre 1609 in Altenburg/Meißen. Ins moderne Deutsch übertragen und mit zahlreichen Anmerkungen versehen in den Jahren 2024/25 von Marc Zoellner in Meißen

Zum Neujahrstag des Jahres 1609 beschenkte der damalige kurfürstlich-sächsische Historiker Hieronymus Megiser (1557-1619) den elfjährigen Johann Philipp von Sachsen-Altenburg (1597-1639), Sohn des Herzogs von Sachsen-Weimar, mit einer spannenden Abhandlung über die Insel Madagaskar. Von dieser Insel wurde damals angenommen, sie sei die größte Insel der Erde und Heimat legendärer Fabelwesen. Gestützt auf italienische, portugiesische und holländische Quellen berichtet der Universalgelehrte Megiser seinem Zögling ausführlich über den damaligen Wissensstand zur Insel Madagaskar, ihre Lage, die Flora und Fauna, die dort lebenden Menschen und deren Geschichte sowie über die bisherigen Entdeckungsfahrten der Europäer. Hier liegt nun erstmals eine Übertragung des Originals von 1609 ins moderne Hochdeutsch vor, versehen mit über 200 gründlich recherchierten Anmerkungen mit Erläuterungen zu Personen, Orten, Geschichte sowie Flora und Fauna Madagaskars und Megisers historischen Quellen ...