Kleine Reihe: Literatur - Kultur - Sprache, Band 4
Tamara Jerenashvili:
Mörderin aus Leidenschaft: Medea-Figuren bei Euripides und Grillparzer


Die Leidenschaft Medeas ist das Leitthema dieser Studie. Erotische und affektbedingte Leidenschaft prägen Medea in gleicher Weise. Sie zerstört, wo sie liebt. Um dieses Handeln nachvollziehbar zu machen, werden die zwischenmenschlichen Beziehungen in Euripides' "Medea" und Grillparzers "Das goldene Vließ" hinterfragt. Während Euripides' Drama um die Protagonistin und ihre inneren Konflikte zentriert ist, sind bei Grillparzer auch die Nebenfiguren in ihrem individuellen Charakter und ihren Beweggründen gezeigt. In beiden Dramen rückt die menschliche Psyche in den Vordergrund: Die dramatis personae richten durch den Umgang miteinander, durch ihre Ängste und Hoffnungen den Gegner und sich selbst zugrunde. Zugleich versteht diese Studie Medea jedoch als Frau, die sich über ihr Begehren definiert, mit der Tradition bricht und einen selbstgewählten Weg geht und sieht in ihr daher, im Einklang mit der neueren Forschung, nicht allein die Mörderin, sondern durchaus auch ein 'frühes Bild der modernen Frau'.


ISBN 978-3-88476-941-6, 120 S., kt., € 16,00 (2007)


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