Else-Lasker-Schüler-Jahrbuch zur Klassischen Moderne III
Herausgegeben von Lothar Bluhm und Andreas Meier


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Editorial

 

Else Lasker-Schüler sei - so urteilte Gottfried Benn 1952 in einem viel zitierten Satz - "die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte". Inzwischen hat sich der Blick auf das Gesamtwerk der Autorin erweitert - ohne dass die Hochschätzung dadurch beeinträchtigt worden wäre. Im Gegenteil finden Leben und Werk der in Wuppertal geborenen Else Lasker-Schüler in der kulturgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Forschung seit Jahren zunehmendes Interesse. Gerade in den zuende gegangenen 1990er Jahren ist eine inzwischen beachtliche Zahl gründlicher und innovativer Studien erschienen. Dass es sich häufig um Dissertationen handelt, belegt das Interesse insbesondere einer jüngeren Wissenschaftlergeneration und verspricht Einiges für die Zukunft. Mit der Erarbeitung und Publikation einer Kritischen Ausgabe der Werke und Briefe der Autorin durch eine gemeinsame Forschungsinitiative der Universitäten Bonn, Jerusalem und Wuppertal wird zudem eine Basis geschaffen, die ein längeres wissenschaftliches Interesse zu gewährleisten verspricht. Das Else-Lasker-Schüler-Jahrbuch zur Klassischen Moderne sieht sich diesen vielfältigen Aktivitäten verpflichtet und will der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem literarischen Schaffen der Dichterin und mit der Literatur ihrer Zeit ein Forum des Austausches und der Diskussion bieten.

Der vorliegende erste Jahresband legt den Schwerpunkt ganz eindeutig auf die Namengeberin Else Lasker-Schüler. Auch in der Folge sollen Beiträge zu Leben und Werk ihren festen Platz in diesem Jahrbuch haben. Daneben wird aber ebenso das weitere Spektrum der Klassischen Moderne seinen gebührenden Raum erhalten. Um der wissenschaftlichen Debatte eine möglichst breite Basis zu schaffen, werden neben den literaturwissenschaftlichen Beiträgen begleitende epochenspezifische Forschungen aus Kunst- und Musikwissenschaft einbezogen. 

Eine Aufgabenstellung für die nächsten Jahresbände wird die Einrichtung einer laufenden Else-Lasker-Schüler-Bibliographie zu sein haben.

 

 

Inhaltsverzeichnis 

  • Sissel Lægreid (Bergen, Norwegen)
    „Das schwarze Auge der Mitternacht“: Topographien des Exils – oder das Unheimliche in der Lyrik von Else Lasker-Schüler

  • Norman P. Franke (Hamilton, New Zealand) 
    Telegraphiere auch dem Erzengel Stefan George… Else Lasker-Schüler, Karl Wolfskehl und der George-Kreis

  • Petra Jenny Vock (Trier)
    „Ich bleibe mir selbst keine fünf Minuten treu“. Zwischen Literatur, Politik und Religion: Sophie van Leer im Sturm-Kreis

  • Oliver Ruf (Trier) 
    „Dada ist die Weltseele, Dada ist der Clou.“ Hugo Ball – Tristan Tzara: Bemerkungen zu einer Freundschaft, die sich zur Rivalität auswuchs. Mit einer Erstlektüre von Balls Gedicht Der Dorfdadaist

  • Helga Neumann (Bad Nenndorf)
    Thomas Manns belle-mère.
    Ausgewählte Briefe Hedwig Pringsheims an den Publizisten Maximilian Harden

  • Joachim Rickes (Berlin) 
    Forschungszüge im Alten Schloss und in Donnafugata. Vergleich einer Szene in Thomas Manns Königliche Hoheit und Guiseppe Tomasi di Lampedusas Il Gattopardo

 


ISBN 978-3-88476-902-7, 176 S., kt., € 19,50 (2006)


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